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Sonntag
Mai232010

Radmukis sind eben keine Laufmukis - mein Grand-Prix von Bern

Wenn Ihr mich jetzt sehen würdet, wie ich mich heute fortbewege. Ich bin sicher Ihr würdet lachen! Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals solche Oberschenkelschmerzen gehabt zu haben. Nicht einmal nach dem Marathon. 
Bevor aber dieser Schmerz weg ist, will ich diesen Moment festhalten, so dass ich im Fall, dass es wieder einmal so weh tut, wenigstens nachlesen kann und einen Vergleich hab.

Gestern bin ich den Grand Prix in Bern gelaufen. Zum vierten Mal. Das letzte Mal war vor 6 Jahren. Als joggende Stadt-Bernerin war das jeweils ein grosses Highlight. Den die 10 Meilen, also 16,093 km, sind die schönsten im ganzen Land. Die letzten 6 Jahren war ich immer verletzt und konnte daher nicht teilnehmen.

Als Christoph im März meinte, er wolle auch laufen, stand nichts mehr im Weg. Nun gut, ich hab damit gerechnet keine Bestzeit zu laufen dieses Jahr. Doch das es so hart wurde, dass wusste ich glücklicherweise vorher nicht.

Der Start war schnell. Viel zu schnell für mich. Die ersten 3 Kilometer lief ich unter 14min. Mein Puls steigte in astronomische Höhen und es war heiss. Gleich begann ich das Tempo zu drosseln, denn so würd ich nie ins Ziel laufen können. Auch bei Kilometer 5 war ich eigentlich noch zu schnell. Die Uhr zeigt 0:25h. Auf der langen flachen Etappe durch die Matte, das Marzili bis ins Dählhölzli fand ich endlich mein Tempo und mein Puls pendelte sich bei 160 ein. Von Leichtfüssigkeit war aber nicht die Rede.

Die Etappe durch den Wald, fand ich hart und oben beim Thunplatz dachte ich ans Aufgeben! Ich hatte keine Lust mehr und es gingen mir Gedanken durch den Kopf wie «Weshalb tu ich mir das an?» und «ich mache da nie mehr mit», etc.
Doch interessanter Weise, lief ich doch weiter und bald kam auch schon die Kilometer 10-Marke. Meine Uhr zeigt 0:55h an. Gut, noch 6 Kilometer zu laufen. Ich tat was ich immer tu ins solchen Situation, mir gut zureden und mich ins Ziel einlaufen sehen.

Meine Wahrnehmung auf den letzten 6 Kilometer war begrenzt. Ich erinnere mich noch an den blauen Teppich auf dem Bundeshausplatz, die vielen Zurufe in der Gerechtigkeitsgasse und den Anstieg am Aargauerstalden. Erstaunlicherweise fiel mir die letzte lange Steigung nicht so schwer. Ich lief sehr regelmässig und zügig den Stalden hoch. Oben zeigte meine Pulsuhr 172 Schläge pro Minute an!! Auf den letzten 500 Metern lag leider nicht mehr viel drin, nur noch ein kurzer Endspurt, dank lauter Zurufe von Christoph, bis ins Ziel. Dies ergab eine Zielzeit von 1:31h und ich war fix und fertig;-)

Von nichts kommt eben nichts. Die 2000 Radkilometer in den letzten paar Wochen helfen für die Ausdauer und ein bisschen für die Kraft. Doch Radmukis sind eben keine Laufmukis. Im April bin ich gerade mal 30 Kilometer gelaufen. Und im Mai bis zum Grand Prix hab ich mich von Andalusien erholt.
Hab mir jetzt schon zum Ziel gesetzt, dass ich das nächstes Jahr die Strecke entspannter laufen will!

Herzlichen Dank an Livia, Andrea, Adriana, Felix & Christoph für die motivierende Unterstützung!

Jetzt heisst es Beine hochlagern...

Reader Comments (3)

Herzliche Gratulation Valérie. Du hast Dich "durchgebissen". Das Beine Hochlagern hast Du Dir verdient. Ich kenne noch andere die gelitten haben und nun jedes Geländer brauchen um Treppen zu steigen....

Mai 23, 2010 | Unregistered CommenterChristoph

Liebe Valérie
Ich bewundere deine Energie und deine Durchaltekraft – nicht nur wenns ums "seckle" geht! Herzliche Gratulation, dass du durgehalten hast! Ich hoffe du hast dich mittleweile erholt. Meine Beine schwerzen auch, hab gestern eine 6h-Wanderung gemacht und kann dir nachfühlen… Bis gli!

Mai 24, 2010 | Unregistered CommenterAndrea

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