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Mittwoch
02Sep2009

Freud und Leid am Berg - der Ötztaler Radmarathon

Das war ein aufregendes Wochenende! Meine beiden Freunden, Carsten und Jörg, aus Deutschland haben sich für dieses Jahr einer der härtesten Radmarathone Europas ausgesucht. Da Sölden ja recht einfach von Zürich erreichbar ist und ich die beiden auch mal etwas supporten wollte, hab ich mich kurzerhand entschlossen übers Wochenende hinzufahren.

Der Ötzaler ist mit seinen 238km und etwa 5500 Höhenmeternicht nicht zu unterschätzen. Es sind 4 Pässe (Kühtaii, Brenner, Jaufen, Timmelsjoch) zu befahren, wobei der letzte Pass mit seinen nochmals 1700 Höhenmeter und einer durchschnittlichen Steigung von bis zu 14% nicht zu unterschätzen ist. Für mich eine Tour, die viel Radtraining in den Bergen bedeutet. Ein langer Tag steht den beiden Jungs am Sonntag also bevor.

Um 6.45 Uhr gehts los. Es wird langsam hell. Der Tag wird schön werden. Ein blauer Himmel mit aufgehender Sonne zeigt sich über den Bergspitzen.
Da wird mir auch so richtig bewusst, dass der Sommer wohl nun vorbei ist. Das Thermometer zeigt gerade mal 6 Grad an. 4500 Radfahrer stehen am Start, darunter einige wenige Frauen. Der Startblock ist länger als man sich das vorstellen kann. Alle ausgerüstet mit super Rädern und teurer Ausrüstung. Die ganz Harten fahren kurz los, Andere haben sich eingepackt mit langen Kleidern, Windjacke und Handschuhen. Beginnen tut das Rennen gerade mal mit einer 32km langen Abfahrt nach Ötz. Mich hats jedenfalls gefroren beim Anblick der nackten Beinen.
Ganz vorne stehen die Elitefahrer die als Erste losfahren dürfen. Der Startschuss fällt und die ganze Schar kommt langsam ins Rollen. Das ist schon eindrücklich so was zu sehen und natürlich würde ich da am liebsten auch gleich mitfahren. Wenn ich jedoch an das Höhenprofil denke, dass zu bewältigen ist, bin ich froh, nur als Zuschauerin dabei sein zu können.
Es geht dann auch ziemlich lange, bis die letzen Radfahrer an uns vorbei geflitzt sind.
Für uns war das nun erstmal Alles. Die Fahrer sind jetzt für sich alleine unterwegs, wohl mit der Hoffnung Ihre Kräfte richtig einteilen zu können um heil im Ziel anzukommen.

Andreas und ich wärmen uns erstmal mit Kaffee auf. Wir haben nun den ganzen Tag Zeit bis die beiden wieder in Sölden über die Zielgerade fahren werden. Wir verbringen den Tag mit ausruhen und laufen. Dann zieht es uns doch schneller wieder in den Zielraum als geplant. Der Sieger ist ein kleinerer, drahtiger Italiener, der gerade mal etwas mehr als 7 Stunden für die ganze Tour brauchte. Wahnsinn!!! Die schnellste Frau, eine Belgierin fuhr nach 7.53h ins Ziel.

Andreas, Sonja, Moritz und ich erwarten Carsten und Jörg frühstens um die 10h. Carsten kommt als Erster ins Ziel und ich freue mich so für Ihn, dass er es geschafft hat. Er ist ziemlich aufgelöst und erschöpft. Für Ihn war das anscheinend das härteste was er je erlebt hatte. Dagegen sei Ironman ein Kinderspiel. Und er muss es ja wissen, als Ironman Finisher. Seine Erlebnisse, Eindrücke und Grenzerfahrungen gehen mir nicht weniger unter die Haut als Jörgs, der etwas später ins Ziel einfährt.
Ein riesen Bravo für die beiden und Allen die das hier geschafft haben!!! Die beiden hab Ihren Traum erfüllt und das Ziel erreicht. Ich denke, dass die beiden diesen Tag nicht mehr so schnell vergessen werden.

Hier noch ein paar Bilder dazu...

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Reader Comments (4)

Ohne jetzt irgendwelche Leistungen schmälern zu wollen, und schon gar nicht bei diesen beeindruckenden Zeiten: Ich glaube, die Platin-Tour am Alpenbrevet ist noch ein bisschen härter mit 276 km und über 7000 Höhenmetern...

September 3, 2009 | Unregistered CommenterBenjamin

Ja, da hast Du allerdings recht! Bist Du die Platin Tour schon gefahren?

September 3, 2009 | Registered CommenterValérie Vuillerat

Valerie,
Danke für den tollen Bericht... was ich denke ist..., der Ötztaler ist auf alle Fälle die Grenze für ambitionierte Amateure - 276 km und 7000 Hm sind für mich an einem Tag unvorstellbar... Das war das Härteste, was ich je erleben durfte... ich nehme da auch was persönliches mit und jeder, der diesen Marathon fährt, hat meinen vollsten Respekt. Gut, das wir Valerie auf unserem Weg zum Ötztaler kennenlernen durften... allein deswegen hat sich der Ötztaler schon für uns gelohnt... Sie ist eine tiefgründige, herzensgute Freundin...
Allzeit gute Fahrt
Jörg

September 3, 2009 | Unregistered CommenterJörg Riesner

Neeeeeeein, die Platin-Tour spare ich mir auf, bis ich auf dem Rad mehr zuhause bin! Bis jetzt habe ich bloss mal die lange Runde der Alpen-Challenge gemacht, und das war schon recht grenzwertig. Aber superschön!

Bin übrigens die Daumen am Drücken für den Locarno Tri, du solltest ja bald mal in Zielnähe sein ;-)

September 6, 2009 | Unregistered CommenterBenjamin

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